Warum ich zum ersten mal nicht wählen gehe

Nach jeder Wahl betreiben Parteien, Bildungsbürger und Medien das beliebte Nichtwähler Bashing. Doch hat sich mal irgendwer gefragt warum immer weniger Bürger zur Wahl gehen? Es ist nicht so das ich unpolitisch bin, ganz im Gegenteil ich war 18 Jahre Mitglied der SPD. Nach 18 Jahren Don Quichotte Kampf im ehemaligen SPD Ortsverein Blockdiek/Ellener-Feld beendete ich meine Parteimitgliedschaft, der Grund dafür war die übermächtige Cliquenwirtschaft die keinen Raum für politische Mitgestaltung lies. Hinzu kam der Schröder-Effekt, der mit seiner Agenda 2010 zahlreiche Mitglieder aus der Partei trieb. 

 

Immer wieder versprechen uns Parteien politische Teilhabe für uns Bürger, aber sind nicht einmal in der Lage barrierefreie Teilhabe für die eigenen Mitglieder zu gewährleisten. Denn immer wieder quer durch die Parteienlandschaft werden Mitgliederanträge durch die Parteivorstände über die Geschäftsordnung und Tagesordnung blockiert. Das zumindest ergaben meine Gespräche mit ehemaligen Mitgliedern aller im Parlament vertretenden Parteien. Aber auch neue Parteien die politische Teilhabe für alle versprechen, haben eigene Hürden geschaffen die es zu überwinden gilt. Aber auch jegliche Kritik am Umgang mit Parteimitgliedern scheint weitgehend unerwünscht. Hinzu kommt das sich die Parteien weitgehend nach den Wahlen aus dem öffentlichen Leben in Osterholz zurück gezogen haben. Wenn sich mal einer der Politiker nach Osterholz verirrt, dann ist es meist zu Zeiten an denen die meisten ihrer beruflichen Tätigkeit nach gehen. Als Bürger wird man im Fall von kommunalpolitischen Themen auf die Sitzungen des Beirates verwiesen, doch wer die Tagesordnung kennt weiß wie straff solche Sitzungen ablaufen. Es ist ein weiteres trauriges Zeichen wenn auch im Jahr 2017 immer noch der soziale Status Ausschlag gebend für politische Teilhabe ist. Auch das ist der Grund warum Akademiker, Beamte und Angestellte in gehobener Position die Politik prägen, die Frage ist aber ob die immer richtiger liegen als die Betroffenen selber. Als ich bei einer öffentlichen Veranstaltung der AG Wahlbeteiligung ansprach wurde ich von Herrn Haase rüde mit den Worten angefahren "Das gehört hier nicht her", aber eben genau das ist der Grund warum die Mehrheit von Bürgern mit denen ich gesprochen habe nicht mehr zur Wahl geht. 

 

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